19. November 2008

PUERTO VARAS

Als Caballero
auf der Suche nach deutschen
Wurzeln in Chile.




Hier in Puerto Varas isst man "Kuchen", hier gibt es ein "altes Haus" und ein "Hostal Tante Puppe" und man geht gerne zum Zahnarzt. Der heisst naemlich Dr. Kuschel, Ernesto Kuschel.

"Sprechen Sie deutsch, Ernesto?" -
"Ein klein waenig, und spraekken Ssie schpanis?" -
"Un poco."

Und so legen wir unser Weniges zusammen, diskutieren und beschliessen, wie meine herausgefallene Zahnbruecke fuer umgerechnet 12,50 € wieder eingeklebt werden kann (Traeger auf einer Stuetze, statt auf zwei - voellig garantiefrei!) Nett ist er, der Ernesto.



Puerto Varas wurde nach dem Innenminister Antonio Varas benannt. Dieser hatte um 1850 die deutsche Einwanderung gefoerdert. Die tuechtigen Deutschen produzierten landwirtschaftliche Produkte und verfrachteten sie ueber den Hafen in die umliegenden Staedte Puerto Montt und Osorno.





1915 bauten sie die Kirche des Heiligen Herzens komplett aus Holz nach deutschem Vorbild.



Einige halten sie fuer eine Schwarzwaelder Marienkirche, andere fuer den Nachbau des Limburger Doms. Heute heisst sie Iglesia del Sagrado Corazon.




Die Lage an einem See hat fuer mich, genau wie bei Pucon, natuerlich immer etwas Besonderes.



Vor allem abends.




In der homoeopatischen Atmosphaere der 24 Tsd. Einwohner zaehlenden Kleinstadt laesst es sich gut leben. Ausserdem ist sie Sprungbrett fuer einen hochinteressanten Nationalpark, von dem ihr noch hoeren werdet.

Ich finde, Puerto Varas ist eine schoene Kleinstadt, die man sich anschauen sollte. Hier noch ein paar Eindruecke:






















































Sicher ist mir in der kurzen Zeit nur einen ganz kleiner Ausschnitt deutscher Wurzeln aufgefallen. Einige habe ich auch nicht gezeigt, weil mir manche Deutschtuemelei auf den Keks geht. Das Bedeutende, Witzige und Kuriose ist geblieben (Schaut z.B. mal nach Doppelklick auf das obige Bild, aus welcher Strasse der Museumsbesitzer die linke Hausfassade ergattert hat).


Als hellhaeutiger Auslaender wird man uebrigens weder hier, noch im anderen mir bekannten Chile als "Gringo" gesehen, sondern nicht selten respektvoll mit "Caballero" angesprochen. Das hoert sich doch gut an oder?






Hasta la vista

Wolfgang

18. November 2008

REISENDE

Reisende sind auch
Menschen wie du und wie ich:
manchmal Quaelgeister!




Wenn ich als Reisender meine letzten Runden durch das schoene Pucon drehe, fallen mir 2 Dinge auf:

1)
Dass in Pucon tatsaechlich alle Schilder aus Holz gefertigt sind, wie es eine kommunale Verordnung von gewerblichen Betreibern verlangt. Hier einige Beispiele:

























2) Faellt mir auf, dass Reisende ja ganz schoen nerven koennen. Zum einen, weil sie nicht da sind, wo sie hingehoeren (wie Sabina neulich beim Skypen bemerkte:"Ich will jetzt, dass du hier Salat machst und nicht auf irgendeinen Vulkan steigst.") und zum anderen, weil sie staendig ueber besondere Highlights berichten, die einen voellig von der Arbeit und den notwendigen Dingen des Lebens ablenken. Manchmal kann man´s garnicht mehr hoeren.


Vor einigen Jahren, als Winni und Renate durch Brasilien reisten und einen Cocktail nach dem anderen schluerften, konnten wir ihre Reise-Mails kaum mit unserem Hamburger Alltag vereinbaren. Wir schickten eine Mail zurueck, die Winni mir jetzt noch dankenswerterweise mit Hilfstellung von Anna, seiner Tochter, zur Verfuegung stellen konnte:



Ola an Winni und Renate,

Hamburg, Paris, Copacabana und Ipanema, Parati, Minas Gerais, Trinidad, Rio - Auspennen, Baden, Seele baumeln lassen, Mango-, Papaja-, Orangensaefte, Zuckerrohrschnaps und Coco probieren, ola!

Ja glaubt ihr denn, dass wir überhaupt noch arbeitsfähig sein können? Mein Chef schaut mich schon streng an, wenn ich mit geschlossenen Augen an meinem Schreibtisch sitze und von der Copacabana träume, von kaffebraunen Mädels, die mir soviel Cocos und Becks Bier bringen wie ich möchte. Die mich verliebt anschauen, wenn ich ihnen erzähle, dass ich eigentlich verheiratet bin. Die für mich in Minas Gerais nach dem letzten noch unentdeckten Gold suchen würden, wenn ich noch ein zweites Mal "Honey" zu ihnen sagen würde.

Und das Schlimmste, ich fange bereits jetzt an, unsere Urlaubreise in das bayrische Chiemgau zu fürchten, wie der Teufel das Weihwasser, - denn dort kann ich eure mails nicht mehr lesen und bin gottserbärmlich auf meine eigene Realität angewiesen.

Hoffnung habe ich aber noch:

Schreibt, schreibt, schreibt, was das Zeug hält. 6 Tage sind noch Zeit. Und außerdem: Irgendwann kommen wir ja zurück und da freuen wir uns schon auf die vielen aufgelaufenen Reiseberichte von euch. Am meisten freuen wir uns aber, wenn ihr heil zurück seid.

Ate amanha Wolfgang und Sabina



Ich weiss, ich nerve.



Hasta la vista
Wolfgang

HUNDE

Hunde sind auch nur
Menschen wie du und wie ich:

manchmal Quaelgeister!





So wie Rubio, ich nenne ihn Rubio (Blonder), gerne um mich ´rumtanzt, wenn ich auf meinem
derzeitigen Lieblingsplatz mit Ausblick eigentlich lieber mit einem Schluck Pisco den Sonnenuntergang ueber´m VillaricaSee geniessen moechte.






Rubio
taumelt derart hyperaktiv um mich herum, dass ich denke:"Der Schwanz wackelt mal wieder mit dem ganzen Hund."


Er beschnueffelt und besabbert mich, moechte mir dann mit seinen Dreckpfoten ganz auf den Schoss springen, bis ich ihn als gelernter Lobo (Wolf) einmal kurz anknurre. Rubio schaut mich mit haengenden Ohren an und zieht erstmal Leine.



Wie, soll ich doch nicht zu dir ´raufkommen, Locke? Ich dachte, du bist´n Kumpel.



Unter ihm in der Hierarchie der Streunertruppe ist die noch juengere Negra (die Schwarze).


Ihre Spezialitaet:
Zugeknotete Plastiktueten mit Abfall aus dem staedtischen Muelleimer holen. - Als sie versucht, diese aufzubeissen, tritt ein deutscher Umwelt-Ranger in Aktion:"Lass´den Scheiss, Negra!" Ich stehe kurz auf und befoerdere den Plastikbeutel wieder in den Muelleimer zurueck.

Kurz darauf versucht es Negra wieder. Bevor sie jedoch das Plastikteil schnappen kann, prasselt eine Schimpfkanonade auf sie ein, z.B. "Du strubbelige, behaarte Umweltsau, was faellt dir ein?" usw... (Gegenseitiges, abwechselndes Anschimpfen mit Fantasienamen und verrueckten Eigenschaftsworten habe ich mal mit Hannes ausgiebig geuebt. Wir haben selten so gelacht!)

Deutsch versteht Negra zwar nicht, aber die Lautstaerke macht sie fromm, jedenfalls solange ich in Sichtweite bin.Gleichzeitig verbessere ich meinen Rang im Rudel erheblich, denn kurz darauf legen sich Rubio und der grosse Schaeferhund Ringo um meine Fuesse. Negra haelt auf Abstand.

Und ich kann endlich den Sonnenuntergang geniessen und mir einen Schluck Pisco genehmigen.


Salud!





Hasta la vista

LOBOgang

15. November 2008

AUF DEN VULKAN VILLARICA

Du, Ruca Pillan,
bist der Wohnsitz des Geistes,

den ich gut kenne.



Morgens um sieben war unsere Abfahrt bei der chilenisch-franzoesischen Agentur Aguaventura in Pucon.




Wieder so ´ne relaxte junge Firma mit freundlichen, aber total ausgeschlafenen Typen. (Ihr denkt dran, dass ihr fuer euch interessante Bilder mit Doppelklick vergroessern koennt?)




Gegen acht erreichen wir den Ausgangspunkt. Jeder von uns bekam einen von Aguaventura vorbereiteten Rucksack mit diversen Ausruestungsgegenstaenden, die zunaechst aber ausser den Spezialschuhen nicht benutzt wurden. Die eingepackten Steigeisen wuerden wir garnicht benoetigen.

Neben unsererem Agenturbus standen hier noch mindestens 8 weitere Minibusse, was einen irgendwie kraenkt.




Was macht der denn da oben? - Tja, hier befestigt unser Tourfuehrer persoenlich den bereitgestellten Eispic(kel) an meinem Rucksack. Das gibt mir Zeit, mich reichlich mit hoch dosierter Sonnencreme einzucremen, um gegen die intensive Sonnenstrahlung geschuetzt zu sein.
Da das alle machen, haengt hier ein international gut durchgemixter Lotionduft in der ansonsten glasklaren Luft.

Das hier ist uebrigens unser Tourboss mit seinem Assistenten.




Er ist halb Chilene, halb Mapuche und erzaehlt, dass der Vulkan Villarica in der Sprache der Mapuche "Ruca Pillan" (=Haus des Spirits,
kleiner Hinweis auf mein obiges Haiku) heisst. Wie auch in Neuseeland, betrachten hier die Ureinwohner Vulkane nicht bloss als Landschaftsidylle oder Risikostaette, sondern als Sitz der Ahnen und eines (guten?) Geistes. Eigentlich sind es daher fuer sie heilige Staetten. Darf man darauf einfach ´rumtrampeln?




Z.B. mit den fuer mich neuen Tretern (hoffentlich bekomme ich keine Blasen!). Und mit dem italienischen Eispic, der beim steileren Aufstieg
(immer bergseitig) als Gehstock benutzt wird.





Das sind wir. Und wer sind wir? - Wir sind 4 Deutsche und 2 Franzosen und unsere beiden Fuehrer (einer geht vorne, der andere hinten).




Bei unserer einzigen Pause zeigten sich um uns herum fantastische Berg-Panoramen.




Mit uns starten auch noch die anderen Touri-Gruppen. Alle tragen bereits ihre "Farben", also Hose und Jacke in einer bestimmten Farbe (z.B. Rot, Gelb, Blau). Wir gehen noch so, wie wir (lustig) sind.


Bald zeigt sich, dass wir gut im Rennen liegen. Gruppe fuer Gruppe wird von uns ueberholt, bis nur noch das gelbe Team vor uns liegt.

Alle 100 m veraendert sich der Schnee. Als wir die 2000 m ueberschreiten, wird die Schnee-Oberflaeche etwas haerter. Gut, dass der Eispic dabei ist und ab 2500 m kann man ein feines Klirren hoeren, wenn die Eiskristalle vom Wind ueber die Schneekruste getrieben werden.





Das Gehen bzw. Aufsteigen ist sehr meditativ. Ich versuche, nicht vor oder hinter mich zu schauen, beobachte nur die Fussspuren meines Vordermanns und versuche sie "richtig" zu treffen. Kaum schweifen meine Gedanken ab, passiert ein Fehltritt, und ich stolpere (z.B. als ich dachte:"Was waere, wenn ich keinen Vordermann haette, sondern allein waere, denn als Samurai musst du mit anderen, aber auch alleine bestehen koennen.")

Apropos Samurai/Japan: Der Fujijama, dessen allseits bewunderte Symmetrie auch beim Villarica zu erkennen ist, erinnerte mich doch an das wunderbare Schnecken-Haiku, ihr wisst schon:

Ja, kleine Schnecke,

besteig den Fujijama,
aber ganz langsam!

Und wie es in der klaren, wohlriechenden Bergluft so ist, faellt einem doch alles Moegliche ein. Z.B. bei der flotten Gangart, die unser Fuehrer anscheinend liebte, fiel mir das dazu gegenteilige Haiku ein:

Ja, Himmelsstuermer,
besteigt den Villarica,
entspannt, aber schnell.

Kurz vor dem Gipfel des "Geisthauses" ueberholten wir das gelbe Team und erreichten statt nach 5 Stunden (allgemeine Vorgabe) bereits nach dreieinhalb Stunden den Gipfel (persoenliche Bestzeit unseres Bosses mit einer Gruppe, immerhin macht er seinen Job schon seit 5 Jahren).
Sein Trick war allerdings, uns fast jede Pause abzuschwatzen:"Hey guys, do you want to make a stop here, or shall we make it later?" Welcher ambitionierte Himmelsstuermer mag da nicht lieber weiter gehen?



Die "siegreiche" French-german Connection.

Wir vier Deutschen waren: Britta und Simon aus Muenchen



Patrick aus Freiburg,



der in Berlin als Windrotorblatt-Entwickler arbeitet und sich gerne selbstaendig machen moechte, weil die Windkraftfirmen ihr Geld angeblich inzwischen selbst drucken koennen. Aber leider fehlt ihm noch etwas die Erfahrung.


Und ein weiterer Himmelsstuermer:





Beissender Schwefelgeruch empfing uns auf dem Gipfel











und ein sensationeller Einblick in einen Krater, der noch 2005 mit gluehender Lava gefuellt war (Bewanderungsverbot!).




In den Jahrzehnten davor gab es sogar Ausbrueche im Stile der italienischen Vulkane mit vielen Toten, da die Bewohner uebernacht von einem Ausbruch ueberrascht wurden.



Vulkanforscher unterscheiden diese "Schnellausbrecher" von den hawaiianischen "Langsamkommern", bei denen man in Ruhe das Weite suchen kann.



Das muessen diese Teams aber nicht, denn die "Vulkanampel" (kein Scherz!) unten in Pucon steht auf gruen, das heisst:"Keine besonderen Aktivitaeten", ausser Qualm und weit unten im Krater Lava, die man nur bei Nacht sehen kann. Gelb heisst:"Kleine und mittlere Explosionen" und rot bedeutet, ihr wisst schon:"Grosse Explosionen" und es kleckert Lava ueber den Vulkanrand und bewegt sich flott nach unten. Alles in Deckung!



Unsere Abfahrt wurde eine Mordsgaudi. Vorher kleideten wir uns noch in die Farbe des Aguaventura-Teams, naemlich in ein fruehlingshaftes Schwarz. Aus wasserdichtem Material zogen wir Hose, Jacke, Gamaschen, Hinternschoner und Handschuhe an und setzen einen roten Sicherheitshelm auf.















Zusaetzlich gab es noch einen Plastiksitz fuer die bald folgende Abfahrt. Zum Bremsen benutzten wir die Eispics, wenn wir zu viel speed draufhatten (alles learning by doing nach kurzer Einweisung).



Koennt ihr euch diese Gaudi vorstellen? Den Berg, muehselig erklommen, mit den Beinen zuvorderst wieder ´runterzusausen und dabei manchmal zu schlingern, ueber Buckel zu jauchzen, weil man kurz mal fliegt und kaum Worte findet fuer dieses Spektakel, eigentlich nur noch ruft:"Oooohh, aaaaah, wow, doll, saugeil usw." Leider war kein Kameramann dabei, um davon Bilder zu machen, und unsere Digikameras sollten wir aus stosstechnischen Gruenden gut im Rucksack sichern und keinesfalls in die Hosentasche stecken.


Nachdem wir zurueck in unserer Basisstation in Pucon waren, gab´s mit der netten Crew von Aguaventura noch eine angenehme Abschiedssitzung bei Bier und mit Austausch unserer Erfahrungen. Alle waren hoechst zufrieden.



Genau wie ich.


Hasta la vista
Wolfgang

14. November 2008

PUCON UND HUERQUEHUE

Pucon, die Schwester
vom grossen Villarica,
entspannt sich am See.



In Pucon landete ich in der stimmungs- und atmospharevollen Hosteria "ecole", die von einem
netten jungen Team gefuehrt wird.




Bis vor einigen Jahren war der Ort Pucon ein verschlafenes Nest am Villarica-See. Die Stadt Villarica war zu dem Zeitpunkt noch DER Touristenort. Das hat sich inzwischen geaendert. Pucon hat mit ca. 14 Tsd. Einwohnern seinem Nachbarort den Rang abgelaufen und waechst im Sommer (Dezember und Januar) schlagartig auf 120 Tsd. Menschen an, wenn vor allem chilenische Touristen hier ihre Sommerferien verbringen. Zum Glueck darf ich noch die Vorsaison erleben. Die wird hier u.a. zum Streiken genutzt.




















Der Ausbildungs- und Sozialbereich streikt. Wie kommt mir das bekannt vor.


Aber natuerlich gibt es auch noch andere Bilder von Pucon, z.B. die schoene Seeseite des Staedtchens.





Und ein Teil der Andenkette liegt im Hintergrund. Ahnt ihr, warum ich mich hier wohlfuehle?

Dann gibt es hier noch diesen Burschen,




der vor allem von japanischen Touristen verehrt wird, weil er dem Fujijama so aehnlich sieht.



Auch abends, gegen 20.30, kann man ihn von der Stadt aus fast schlafend sehen. Man darf sich von diesem Bild aber nicht taeuschen lassen. Der Villarica (2847 m) ist einer der aktivsten Vulkane Suedamerikas. Klar, dass ich da raufwill, aber davon spaeter.

Als erstes wollte ich den Nationalpark Herquehue besuchen. Mit dem Minibus und einer kleinen Gruppe ging´s los zum Parkeingang



und mit unserem Fahrer Juan











noch ein Stueck weiter zu den Tres Lagos
.



















Hier stiegen wir aus und machten uns auf zu den 3 Seen











(vorne Joost aus Holland) und wir sahen beim Aufstieg immer wieder diese Bilder:


















Der unten liegende See ist noch keiner der tres lagos (die erst bei 1300-1400 m auf uns warteten), sondern der groessere Lago Tinquilco.




Dies ist eine von den vielen Wasserkaskaden, zu denen man auf dem Weg einen Abstecher machen konnte.

(Dabei faellt mir gerade bei diesem Bild noch ein Tipp fuer euch ein. Macht doch mal mit der linken Maustaste einen Doppelklick AUF das Bild, dann schaeumt es noch ein wenig mehr.)


















Ja und oben auf der Hochebene angekommen, erwanderten wir die Seen.



















































Der Nationalpark Huerquehue ist einer der aeltesten Naturschutzbereiche des Landes. Seine
Anfaenge gehen bis zum Jahr 1912 zurueck. Der Name Huerquehue ist natuerlich kein modernes chilenisches Wort, sondern entstammt der Mapuchesprache mapudungun und bedeutet "Platz des Boten bzw. Kuriers".




















Auf dem Rueckweg mussten wir uns manchmal buecken. Trimmpfade fuer Europaeer!




Unsere Kerntruppe, ein Paar aus London, Joost und ich fanden diese ca. fuenfstuendige Wanderung im Nationalpark sehr schoen, aber auch anstrengend. Spaeter erzaehlte mir Joost aus Utrecht, dass es noch etwas weit anstrengenderes gaebe als dies.

Joost arbeitet in der Universitaet Utrecht in der mikrobiologischen Forschung an der Fragestellung, wie Epilepsie speziell bei Neugeborenen entsteht.
Er hat bereits einige Laender in Suedamerika bereist und fand die Chilenen am offensten.



Ich weiss nicht, ob er flunkerte, aber die Besteigung des Vulkans Villarica war fuer ihn kein Vergleich zu der seiner Meinung nach fast gemuetlichen Huerquehue-Tour. Was meinen kleinen Rucksack mit nur ca. 5 kg betraf, fand ich´s allerdings auch gemuetlich (im Gegensatz zu meinen sonst 15 kg).

Jedenfalls drohte er mir 5 Stunden anstrengenden Aufstieg und 2-3 Stunden Abstieg an, falls ich die Vulkanbesteigung machen wuerde. Und wie man vom Berg wieder runterkaeme, wollte er mir nicht verraten. Das sollte eine Ueberraschung werden.


Ich war schon fast Feuer & Flamme fuer diesen aeusserst eruptiven Vulkan. Warum nur? Kann er mir vielleicht Auskunft ueber mein Innenleben geben?


Und was meint ihr,
werde ich ihn besteigen?


Hasta la vista
Wolfgang